ZEITREICH – der neue Luxus der Gegenwart!

Sobald wir auf unserer To-Do-Liste etwas erledigt haben, kommen drei neue Tasks hinzu. Wir rennen unserer freien Zeit immer hinterher. Man könnte den aktuellen Zustand auch als warten-auf-das-Burnout beschreiben. Was können wir tun:

1. Zu allererst müssen wir mit dem Glaubenssatz brechen, der uns folgende Art von Freizeit / freier Zeit vorgaukelt: alles ist erledigt, ich bin mental ruhig oder mindestens zufrieden, falls man Kinder hat, spielen diese friedlich, nichts Geschäftliches belastet mich oder schwirrt in meinen Gedanken herum, körperlich bin ich fit und gesund, in der Partnerschaft und meinen Freundschaften ist alles gut, Handy ist abgeschaltet, keine Emails und keine Social Media Plattformen lenken mich ab, ich posiere nicht für ein Selfie, etc. Das Scheitern an dieser fixen Idee macht uns unzufrieden und noch gestresster mit uns selber und anderen. Wir halten damit konstant eine Belohnung vor unserer Nase in Reichweite, ohne sie zu erreichen.

Wir rennen diesem „alles ist erledigt und gut Zustand“, den wir sowieso nie erreichen werden nicht mehr hinterher, auch nicht in Gedanken! Auch nicht mit der Idee der Work-Life-Balance! FERTIG!

2. Wir akzeptieren, dass wir unsere Zeit neu managen müssen. Die Trennung von einzelnen Lebensbereichen wie Arbeit/Privatleben/Kinder/Partnerschaft/Freunde/Interessen/usw. findet nicht mehr statt, alles ist gleichzeitig. Somit sind wir nun gefordert, neue Oasen der Zeit zu schaffen, die uns glücklich machen. Dazu muss ich mich aber selber besser kennen lernen! Ich kann diesem neuen Zeitgeist nicht mit Inkompetenz begegnen.

Sobald wir mit dem Punkt 1 (siehe oben) gründlich aufgeräumt haben, entsteht Raum, den wir neu gestalten können. Was brauchen wir wirklich? Ich zum Beispiel brauche täglich am Morgen 1-2 Stunden wo ich in Ruhe meine Arbeit oder wichtige Dinge erledigen kann. Ich brauche dafür keinen freien Sonntag, sondern auch am Sonntag meine 2 Stunden. Ich werde auf Familienausflügen mit Kindern nicht glücklicher, wenn mein Partner immer mit dabei ist, nein manchmal ist es lustiger ohne Partner, der kann dann seine Zeit anders gestalten – auch am Sonntag. Wenn ich am Samstag-Nachmittag für die Arbeit 1-2 Stunden aufwende, weil ich eine gute Idee habe oder merke, dass es super passt & Spass macht, dann tue ich das und gehe am Montag glücklich zwischen zwei und vier Uhr schwimmen oder früher nach Hause oder später zur Arbeit. Es geht darum, wie man die Zeit richtig verwendet und dass man es bewusst tut. Lücken im Zeitplan sind Kraftorte die wir erschaffen. Das können zeitliche oder gedankliche Lücken sein.

3. Ich identifiziere mich mit dem, was ich tue, ich erledige nicht einfach alles so schnell wie möglich. Enjoy the process!!! Diese Achtsamkeit fördert meine Gesundheit und ich bin ausgeglichener und erst noch effizienter. No stress, more focus. Zeit entsteht.

4. Verteilt über den Tag schalte ich meine HealthFulness-Momente (Health + Mindfulness) ein. Dazu halte ich kurz inne, richte meine Aufmerksamkeit nach Innen, auf meinen Körper und dann nach Aussen und stelle fest, was grad so läuft. Dann mache ich zuerst gar nichts, lasse die Feststellung einfachmal so stehen – deine Denk- und Zeit-Lücke entsteht. Ich nenne sie meine „Mind-the-Gap-Moments“. Dann nehme ich drei tiefe Atemzüge und handle wo es wichtig ist, tue mir etwas Gutes, richte meinen Kompass neu aus. Manchmal reicht sogar das bewusst machen schon aus, um etwas schmunzelnd gehen zu lassen. Über zwei Wochen 5x täglich als Einstig praktizieren.

5. Der Körper ist ein guter Lehrer! Der Körper lebt im JETZT, so gesehen kann man über den Körper sehr schnell zur eigenen Achtsamkeit finden. Man kann sie regelrecht durch den Körper erfassen. Dies fällt vielen Leuten einfacher, als über die Gedanken einzusteigen. Mache während deinen HealthFulness-Momenten einen Body-Scan und lerne dich dadurch besser kennen, achte auf die Sprache deines Körpers, was sagt er dir. Handle danach.

6. Je besser wir uns kennen, desto einfacher werden wir zeitreich. Der Reichtum besteht aus vielen Denk-Lücken, kleinen Kraft-Momenten und dem Bewusstsein, welches dadurch entsteht. Aus diesem heraus werden wir kraftvoll Handeln und uns die freie Zeit nehmen, die wir wirklich brauchen und sie so gestalten, dass wir auftanken. Wie erwähnt, nicht jeder entspannt beim Familienausflug oder beim Sport, Lesen, Wandern…finde heraus, welcher Typ du bist!

7. Unterbreche eine intensive Schaffensphase mit einer ganz anderen Tätigkeit. Die Abwechslung verlängert die gefühlte Zeit und bringt neuen Input. Falls dir der Kopf raucht und du kaum mehr abschalten kannst, weil du sehr fokussiert über längere Zeit an etwas arbeitest. Dann ist es essentiell, dass du dich stoppst und einfach mal in die Sauna oder zu einer Massage oder in die Natur oder in den Ausgang gehst. Mach etwas, was dich entspannt und den Fokus völlig unterbricht. Dein Gehirn wird unbewusst weiterarbeiten und die Synapsen können sich kreativ verbinden. Und so entstehen dann die vermeintlich plötzlichen, genialen Einfälle oder Lösungen. Nutze dein kreatives, unbewusstes Potential um zeitreich zu werden.

Merke:

Denk-Lücken verändern unser Handeln zum Guten!

Achtsamkeit fördert unsere Gesundheit und umgekehrt!

Aufmerksamkeit wird als Grundvoraussetzung aller höheren kognitiven und emotionalen Prozesse angesehen!

Unterbreche einen intensiven Arbeitsprozess mit bewusstem Abschalten und tue etwas völlig anderes – geniale Ideen und Lösungen können so erst entstehen!

Achtsamkeit richtet sich sowohl gegen Innen wie gegen Aussen. Du findest sie schnell über den Körper!

Achtsam sein heißt auch, dass was ist anzunehmen und erst aus dieser Akzeptanz heraus eine Entscheidung zu treffen und dann zu Handeln!

 

Teile uns Deine Tipps und Erfahrungen mit, wie du zeitreich wirst.

Gabriela

 

 

Comments 2

  1. Super Artikel, danke euch! Mir fällt es immer noch manchmal schwer, meine Zeit richtig einzuteilen, und ich vermute, dass das auch bei mir noch daran liegt, dass ich die Freizeit und Arbeit so genau einteilen will in Wochenende und Arbeitszeit. Guter Input also!

    1. Post
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      Lieben Dank dir, Sabina, für dein Feedback – darüber freuen wir uns immer sehr, leider hatten wir ein Problem mit der Kommentarfunktion, weswegen wir leider erst jetzt antworten! Das für dich richtige Einteilen ist ein Prozess, bei uns kam das auch nicht von heute auf morgen und natürlich hängt es auch etwas vom Umfeld ab, in dem man verkehrt… wenn alle frei haben am Wochenende, dann möchte man vielleicht auch weniger dann arbeiten. Wir wünschen dir viel Spass beim Entdecken des richtigen Mixes und würden uns auch sehr freuen, wieder von dir zu hören, um zu erfahren, wie es bei dir jetzt so aussieht :). Herzlich, das PE Team!

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